Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

*

 

 

Essen aus der Mikrowelle macht krank

Fakt oder Mythos?

 

Neulich trabte ich mit einem Podcasts im Ohr meine Runde ab. Dort kam ein sympathischer, junger Mann zu Wort, der Tipps zu gesundem Essen bei wenig Zeit gab. Feine Sache, ein Dauerthema. So empfahl er z. B. Porridge oder Couscous aus der Mikrowelle. Und ich zuckte spürbar zusammen. Mikrowelle und gesundes Essen? Ist Mikrowelle nicht eher das Gegenteil?

Während ich so vor mich hin trabte, versuchte ich mein Wissen über Mikrowellen zusammen zu suchen. Das Ergebnis war überschaubar und ich denke, dass es vielen so geht. Man hat eine Meinung zu einem Thema aber hat man die nackten Fakten wirklich drauf oder ist es nur ein Bauchgefühl?

Bevor ich zu den Ergebnissen meiner Recherche komme, möchte ich deutlich draufhinweisen, dass ich weder von der Mikrowellenindustrie noch ihren Gegenspielern unterstützt werde. Und es ist mir auch ehrlich egal, ob Ihr eure Mikrowelle nutzt oder nicht. Ich möchte hier möglichst sachlich die aktuellen Studien und Fakten vorstellen, zumindest soweit ich darauf Zugriff hatte.

 

Funktionsweise der Mikrowellengeräte

Die hochfrequenten Strahlen bringen die Wassermoleküle zum Schwingen. Dadurch entsteht Reibungswärme. Ähnlich, wie wenn wir die Hände aneinander reiben. Problematisch ist die Tatsache, dass die Speisen und Flüssigkeiten ungleichmäßig erhitzen. Fachleute sprechen von Hot-Spots und Cool-Spots. Das kann bei empfindlichen Lebensmitteln zu gesundheitlichen Problemen führen. Weil die Hot-Spots (punktartige heiße Stellen) wertvolle Enzyme in Baby-Milch zerstören und ein erhebliches Verbrennungsrisiko darstellen, empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund, Milchflaschen nicht in der Mikrowelle sondern in einem Flaschenwärmer mit Thermostat zu erhitzen.

Die Verbraucherzentrale und die DGE raten davon ab, Hähnchen, Fisch, Hackfleisch und Eierspeisen in der Mikrowelle zu erhitzen, da an den Cool-Spots evtl. potenzielle Krankheitserreger überleben könnten. Theoretisch ist das sicher denkbar, aber die weitaus größere Gefahr lauert wohl eher im Sushi, Zwiebelmett, verkeimten Küchenoberflächen und ungewaschenen Händen.

 

Erhalt der Nährstoffe

Viele, besonders die wasserlöslichen Vitamine sind hitzeempfindlich. Umso länger sie der Hitze ausgesetzt sind, umso eher gehen sie kaputt. Hier ist also die recht kurze Erhitzung in der Mikrowelle vorteilhaft.

Wie sieht es mit den feineren Stoffen in unserer Nahrung aus?

Wissenschaftler vom CEBAS-CSIC-Forschungsinstitut der Universität Murcia stellten bei Versuchen mit Brokkoli fest: Die Mikrowelle baut bis zu 97 Prozent der zellschützenden Antioxidantien (Flavonoide) im Gemüse ab. Beim Garen über heißem Dampf blieben dagegen bis zu 92 Prozent erhalten, ermittelten die Spanier. Laut einer Studie der Stanford Universität 1992, verliert Muttermilch, die in der Mikrowelle erhitzt wurde, ihre Fähigkeit, das Baby vor Infektionen zu schützen. Beide Ergebnisse wurden allerdings bisher durch keine weiteren Studien erhärtet.

Andererseits gibt es einige Studien, die zeigen, dass die sekundären Pflanzenstoffe die Mikrowelle sehr gut vertragen.

Also mal wieder das alte Dilemma der Studie und Gegenstudie.

Hohe Wellen schlug die Studie von Dr. H. U. Hertel: So hat er 1989 festgestellt, dass die Hämoglobin- und Cholesterinwerte negativ beeinflusst werden, sobald das Essen aus der Mikrowelle gegessen wird. Bisher wurden diese Ergebnisse nicht von anderen Wissenschaftlern bestätigt. Auch die Industrie wehrt sich gegen diese Thesen, da sie niemals von Dritten geprüft worden sei. Hertel wurde damals vor Gericht geladen und wurde wegen einem unlauteren Wettbewerb angeklagt, der die gesamte Industrie negativ beeinflusste. Für Mikrowellengegner der Beweis, dass diese Studie von der Industrie zurück gehalten wurde.

 

Viele kennen das Bild der toten Pflanze, die verstorben ist, weil sie mit Wasser gegossen wurde, dass in der Mikrowelle erhitzt wurde. Dieser Versuch wurde von einer Schülerin unternommen und hält keiner wissenschaftlichen doppelblind Studie stand. Inzwischen wurden Versuche unter Laborbedingungen gemacht, die dieses Ergebnis widerlegten.

 

Am sinnvollsten erscheint es mir mal wieder die Ernährung und die Zubereitung so divers wie möglich zu gestalten. Aktuell scheint das Dampfgaren die schonendste Zubereitungsart zu sein. Allerdings ist das, je nach gewünschtem Ergebnis, nicht immer optimal. Bratkartoffeln aus dem Dampfgarer, naja, gewöhnungsbedürftig.

Egal, wie ich meine Nahrung zubereite, ich kann sie „töten“. Egal, ob ich sie viel zu lange in der Mikrowelle „beschieße“, schwarz brate oder sie stundenlang warm halte.

 

Ach ja, fast vergessen: ein paar Worte noch zur Leckstrahlung. Da ich nicht die technischen Möglichkeiten habe, zu überprüfen, ob meine Mikrowelle ihre Strahlung in die Küche abgibt oder nicht, muss ich auf die Angaben der Hersteller und das Prüfsiegel vertrauen oder sie aus lassen. Ein Augenmerk sollte ich auf die Dichtungen legen. Sind diese, brüchig ist es vorbei mit der Strahlenabdichtung.

Fazit für mich:

Ich nutze meine Mikrowelle sehr selten aber weiterhin und ich stelle mich auch weiterhin nicht direkt davor und drücke mir die Nase platt

 

Wie anfangs gesagt, du entscheidest für dich.

 

 

 

teilen

Cookie-Regelung

Diese Website verwendet Cookies, zum Speichern von Informationen auf Ihrem Computer.

Stimmen Sie dem zu?