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Rückschläge und Kurskorrekturen

 

Natürlich gibt es bei größeren, beziehungsweise längeren Projekten immer wieder vermeintliche Rückschläge. Mit diesen umgehen zu können und trotzdem das Ziel im Auge zu behalten ist eine Kunst. Jedoch eine Eigenschaft die man sich unbedingt aneignen sollte, da sonst jedes Projekt zu scheitern droht. Wer bei den ersten Turbulenzen aufgibt wird sein Ziel nie erreichen.

Ein Trainer hat dieses Mal mit einem Flugzeug verglichen. Wenn der Pilot bei den geringsten Turbulenzen sofort eine Landung ansetzt wird er das eigentliche Ziel nie erreichen. Wenn er clever ist, nimmt er Kurskorrekturen vor und erreicht sein angestrebtes Ziel. Eventuell nicht in der Zeit, die er sich vorgenommen hat beziehungsweise nicht auf dem direkten Weg, aber er kommt an.

Vermeintliche Rückschläge machen uns stärker.

Viele sind der Meinung, dass bei mir alles glatt lief, dass es bei mir nie zu Schwierigkeiten kam, dass ich keine Plateaus hatte. Die hatte ich, die habe ich noch immer und immer wieder.

Komme bitte nicht auf die Idee, dass mein Gewichtsverlust linear lief.
Glaube bitte nicht, dass ich mich beim Training teilweise nicht unglaublich quälen muss.
Glaube bitte, das es durchaus Tage gibt an denen ich mit mir hardere, weil andere viel mehr Leistungsvermögen haben als ich. Weil es ihnen viel leichter fällt.
Aber sei dir sicher, dass ich auf meine bisherige Leistung unglaublich stolz bin.

Im Nachhinein betrachtet, sind es immer die Unwägbarkeiten, die mich gestärkt haben, nie die leichten Einheiten.

Ein Freund hat mir mal gesagt: "der leichte Weg ist für schwache Menschen.
Dein Leben hat etwas Besonderes mit dir vor und gibt dir deswegen die ein oder andere extra Trainingseinheit." Danke Sascha

Im Dezember 2013 hatte ich starke Probleme mit meinem rechten Knie. Ich hatte vor vielen Jahren einen Reitunfall und habe es mir dabei geschädigt. Es hat sich aber über viele Jahre nicht wesentlich bemerkbar gemacht. Jetzt jedoch meldete es sich mit Nachdruck. Die Symptome waren beeindruckend. So habe ich einen Termin für ein MRT gemacht. Hierbei kam heraus das ich Knorpelabrieb zweiten und dritten Grades habe. Der gut gelaunte Mediziner spricht da auch gerne von Knorpelglatzen.

Der erste Orthopäde war ein begeisterter Chirurg und bedauerte es sehr, dass man hier nicht operieren kann. Er verschrieb mir eine Bandage und empfahl mir Gelenksinjektionen. Mit dem Laufen solle ich besser aufhören. Untersucht hat er das Knie übrigens nicht. Er hat sich lediglich auf den Befund des Radiologen verlassen.Auf meine Nachfrage hin meinte er, dass das auch nicht nötig wäre. Der ganze Besuch dauerte keine 10 min und war ein Paradebeispiel, wie es nicht laufen sollte. 
Mit dem Befund des Radiologen und den MRT-Bildern auf CD fuhr ich zu Ralf. Auch dieser wurde blass, als er die Befundung las. Er schickte die Unterlagen zu einem Kniespezialisten aus seiner alten Heimat. Zusätzlich habe ich mit meiner Physio-Sabine gesprochen. Diese konnte aufgrund von Krankheit zwar nicht direkt eingreifen, hat mich aber erst mal wieder versucht moralisch aufzubauen. Erst mal war jetzt sowieso abwarten angesagt. Das Knie liess auch nichts anderes zu.

Es folgte eine komplette Trainingspause, damit der Erguss sich zurückbilden konnte. Danach haben wir vorsichtig mit Physioübungen angefangen, die ich zu Hause täglich wiederholte. Das hieß für mich 5x in der Woche je 45 min Workout. Außerdem habe ich meine Ernährung umgestellt. Dr. Feil hat hierzu ein Buch geschrieben, das ich nur wärmstems empfehlen kann: "Arthrose und Gelenkschmerzen überwinden"


Schliesslich fingen wir mit ersten Laufversuchen an. Hier handelte es sich um einige Minuten langsames Laufen mit Gehpausen. Die Gehpausen wurden allmählich reduziert, so dass ich irgendwann längere Zeit durchlaufen konnte. Jetzt haben wir immer weiter und sehr sanft die Umfänge ausgebaut.
Auch hier gab es immer mal wieder Rückschritte. Jedesmal haben wir den Kurs korrigiert, also Training und Physio angepasst. Zusätzlich habe ich noch eine weitere Orthopädin aufgesucht. Diese hat eine gründliche Untersuchung gemacht und festgestellt dass ich zusätzlich eine Blockade im Sprunggelenk habe. Das Sprunggelenk wurde von ihr wieder mobilisiert. Es folgten auf meinem Wunsch zwei Osteopathie-Sitzung. Ihre Prognose in Sachen Laufen war vorsichtig positiv.
Dies war übrigens auch die Meinung des Kniespezialisten von Ralf.


Natürlich war ich jedes Mal, wenn es wieder einen Rückschritt gab frustriert. Aber langsam lernte ich damit umzugehen. Ich konnte mein Knie einschätzen und wusste was ich machen konnte und was ich mir verkneifen muss. Wählte ich das Tempo zu hoch, bekam ich sofort die Quittung. Dann ging wieder tagelang nichts.

Inzwischen ist das Knie innerhalb gewisser Spielregeln recht gut belastbar. So gut, dass ich den Rennsteig Marathon mit über 1300 m Höhendifferenz laufen konnte.

Fakt ist: der Knorpeldefekt bleibt. Das Knie wird immer ein limitierender Faktor sein. Aber mit viel Energie ist es so gut geworden wie, fast keiner mit gerechnet hat. Im ersten Moment brach für mich eine Welt zusammen. Aber mit vielen Stellschrauben habe ich dieses Problem in den Griff bekommen.

Wenn du ein ähnliches Problem hast, kann ich dir nur raten:

hol dir Meinungen von mehreren Spezialisten ein. Ich meine hier wirkliche Spezialisten, keine selbst ernannten.

Gehe von mehreren Seiten an das Ziel heran.
Bei mir:
    - Meinungen von drei Orthopäden
    - Osteopathie
    - Physiotherapie
    - Ernährungsumstellung
    - Trainingsumstellung


Gib nicht gleich auf. Hohle dir kompetente Hilfe, finde Alternativen um dein Ziel zu erreichen.

Bleib dran!

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