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Lauffestival Großer Plöner See

Marathon

30.08.2015

 

Nachdem Ostrohe sehr gut gelaufen ist, hatte ich mich für den Plöner Marathon 3 Wochen später angemeldet. Ich wollte den Lauf als entspannten Trainingslauf angehen. Besonders für den Kopf aber natürlich auch für die Beine. Im normalen Alltag kommen bei mir die langen Läufe etwas kurz. Im Moment bin ich am Wochenende eher auf Trail und Höhenmeter aus, als auf lang und flach. Von daher hat sich Plön angeboten. Ralf hat mir zugeraten, er ist letztes Jahr dort gelaufen und sagte, dass es eine nette kleine Veranstaltung in hübscher Landschaft ist. Ganz nach meinen Geschmack. Kein großes Gewühl, kein Verkehrschaos, fein.

 

So fuhr ich am Sonntagmorgen nach Plön. Am Samstag vorher hatte ich mich bei meiner Kurzrunde auf die Klappe gelegt. Eine höchst aggressive Baumwurzel nötigte mich zu einer verlängerten Bodenkontaktzeit. In dem Moment hatte ich mich nur mächtig über meine eigene Schusseligkeit geärgert. Am Sonntagmorgen kam ich aus dem Bett und merkte, dass es doch mehr gerumpelt hat, als gedacht. Das war ganz schön hakelig. Blöde Voraussetzung!

Start sollte um 9:00 Uhr sein. Ich war um 7:30 da. Meine übliche Taktik. Parkplatz vor Ort war kein Problem. Startunterlagen abgeholt und nochmal im Auto gemütlich gemacht. Ich liebe meinen Bulli und seine Schlafmöglichkeit.

Eigentlich sollten 8:55 Uhr die Staffelläufer starten und um 9:00 Uhr dann der Rest. Das wurde aber irgendwie dann doch in einen Topf geworfen. Jedenfalls bekam ich von dem anderen Start nichts mit.

 

Die Moderatorin begrüßte uns mit einigen Worten und übergab dann an den Pfarrer. Der mahnte uns erstmal zu Dankbarkeit, dass wir in der Lage sind diesen Sport auszuüben. Ok, soweit bin ich voll dabei. Ich bin ehrlich dankbar dafür. Danach wurde es für mich persönlich ein bisschen viel der Mahnung und Demut usw. Ich bin nicht die optimale Zielgruppe für ihn und ich wollte endlich los. Auch wenn es für mich nur Spaß sein sollte, es ist und bleibt ein Marathon. Nach einem Gebet, dass die Gesundheit das höchste Gut ist und wir in unseren Grenzen bleiben sollen und keinen falschen Ehrgeiz zeigen sollen, übergab er an den nächsten Sprecher. Die Uhr war inzwischen 9:05 Uhr.

Hier wurde darauf hingewiesen, dass es keine Strassenabsperrungen für uns gibt. Wir sollten unbedingt auf den Verkehr achten, kein unnötiges Risiko eingehen (hörte ich das nicht irgendwie schon mal?) er will uns alle unbedingt gesund wieder sehen. Ojehmineh! Er hat zwar Recht, aber wir starten doch nur um den Plöner See und nicht den Marathon de Sable.

9:07 Uhr endlich der Startschuss. Los geht´s. Erstmal durch das alte Schloßgelände und am See entlang. Plön ist wirklich eine außerordentlich nette kleine Stadt. Ein bisschen Wald, ein bisschen Wanderwege, ein bisschen historisches Kopfsteinpflaster. Recht schnell raus aus Plön und auf dem Fußweg an der Landstraße durch einige Dörfchen. Zwischenzeitlich durch Waldabschnitte. Oh, Wald Bäume, Büsche, da war doch was. Ab ins Unterholz, erster Boxenstopp. Mit breiten Grinsen und äußerst entspannt ging es weiter.

Ich lief mein Tempo nach Gefühl und schaute irgendwann mal auf die Uhr. Die ersten 10 km hatte ich in 58 min gemacht. Das reicht zwar nicht für den deutschen Rekord (Achtung Ironie ;-)) aber war eindeutig zu schnell für Marathon zu Trainingszwecken. Irgendwie lief es aber echt gut und ich verließ mich weiter auf mein Gefühl.

Weiter ging es immer mal wieder durch Waldabschnitte aber auch viel über sehr kleine Landstraßen an Weiden und Feldern vorbei und auch über das Gut Nehmten. Da kamen alte Erinnerungen auf, wie mein altes, verrücktes Pony und ich hier auf einer Veranstaltung richtig Spaß hatten. Hach ja, seufz, was waren wir damals alle noch jung.

Ok, zurück zum Thema. Die Strecke war übrigens sanft hügelig. Nicht wirklich wild, aber kräftezehrend.

Vereinzelnd gab es Verpflegungspunkte mit Wasser und Bananen, manchmal Isogetränke.

Nach 28 km wurde die Strecke aufgeteilt. Rechts die Marathonstrecke, links eine Abkürzung für die 37,5 km Runde. Später führten die beiden Strecken wieder zusammen.

Es war inzwischen kuschelig warm geworden. Bis vor kurzen wurde noch Regen und teilweise Gewitter prognostiziert. Davon war jetzt nichts zu sehen.

Am nächsten Verpflegungsstand holte ich eine Frau ein, die ich mit ihrem Partner schon lange Zeit immer im gleichen Abstand vor mir hatte. Ich hatte mich entschlossen mit Trinkrucksack zu laufen, da ich befürchtete, dass es für mich zu wenig VP gibt. Ich tue mich schwer damit, alle 7-10 km trinken zu müssen und zwischendurch trocken zu laufen. Es war für mich die richtige Entscheidung. So konnte ich kleine Portionen Wasser aufnehmen, wenn ich wollte. Neben meinem Chia-Gel hatte ich mir auch einen Eiweißriegel eingesteckt. An dem bin ich bei km 30 fast erstickt. War ich froh, dass ich Wasser dabei hatte.

Einige km lief ich mit der Läuferin Seite an Seite. Sie wollte ihren Laufpartner einholen und ich wollte nicht locker lassen. In mir kam immer wieder der Gedanke auf, dass ich grade einen mächtigen Fehler mache und mir das später noch leidtun wird. Ich war deutlich zu zackig unterwegs. Beim nächsten VP holte ich zwei Männer ein. Ich schnappte mir einen Becher Wasser und kippte ihn mir zum Kühlen in die Mütze. Wieder was dazu gelernt: bei Mesh-Einsetzen völlig uneffektiv. Egal, weiter.

Ich schaute nicht zurück, sondern zog mein Tempo weiter. Ein bisschen Wald, mein bisschen Landstraße, nichts spannendes aber nett. Beim nächsten VP kippte ich mir das Wasser in den Nacken. Schööööön!

Ein Blick zurück: ich hatte mir etwa 200 m Vorsprung raus gelaufen.

Die ersten km waren einzeln ausgeschildert. Ab km 5 nur, wie üblich in 5er Schritten.

Nachdem ich trotz gestrigen Sturzes recht gut in Tritt gekommen bin, merkte ich jetzt, dass die linke Schulter anfing zu quengeln. Die Hüfte, auf der ich ebenfalls gelandet bin, machte artig mit. Danke!

 

Vom Kopf her lief ich inzwischen 5er Abschnitte. Sprich: immer bis zum nächsten vollen 5 km. Nachdem ich die 30 gepackt hatte, kam jetzt also die 35. Im Kopf ist das spannend. Das meiste hat man hinter sich und es sind ja „nur“ noch etwas über 10 km. Aber man weiß, die werden weh tun. Ich kann es mir übrigens nicht abgewöhnen, nur bis 40 zu rechnen. Wohl wissend, dass da noch etwas über 2 km kommen, die sich fiese ziehen.

Irgendwann führten die Strecken wieder zusammen. Außerdem waren noch einige Läufer unterwegs, die nichts mit unserer Veranstaltung zu tun hatten. Das verwirrte mich zwar, jedoch ist es unglaublich motivierend, andere Läufer zu überholen. Ich hatte die Pace im Auge und fing an zu rechnen. Wenn ich das Tempo halten konnte, kratzte ich tatsächlich an der 4-Stunden-Schallmauer.

DAS WÄRE UNGLAUBLICH!!!

Aber es lag noch einiges vor mir. Die 35 km waren geknackt. Attacke! 40, ich komme! Immer wieder konnte ich Läufer überholen. Der ein oder andere wollte dran bleiben, musste aber abreißen lassen. Jabba dabba duh! Weiter! Die Pace sah gut aus. Es gab zwar immer noch eine Unsicherheit, da mein GPS etwas mehr anzeigte, als die Streckenausschilderung. Und die zählt nun mal.

Km 40! Es ging wieder nach Plön rein. Los jetzt! Nicht nachlassen! Einige, wenige Läufer konnte ich noch erwischen, aber das Feld war extrem versprengt. Hier waren recht viele Fußgänger gemütlich unterwegs. Einige verwunderte Blicke erntete ich, als ich im Zickzack an ihnen vorbei düste.

Der Weg gabelte sich. Rechts oder links? Der Pfeil war nicht eindeutig.

„Sch…! Rechts oder links? Verdammt!“ Ups, das hatte ich anscheinend ziemlich laut gesagt. Jedenfalls riefen sofort zwei Fußgänger: „Rechts runter.“ Ich: „danke!“ Und weiter ging es. Die Kirche war zu sehen. Dort war das Ziel. Los! Schlussspurt.

Zwei junge Männer sprangen beherzt zu Seite und feuerten an.

„Tschuldigung, danke schön!“

Und über den blauen Teppich durchs Ziel. Geschafft!

Uhr stoppen: 3:59:48 Yeah!!!! Das könnte geklappt haben. Es zählt natürlich die Zeit des Veranstalters aber im Allgemeinen stoppe ich eher einige Sekunden später ab. Also bin ich ins Zelt mit der Zeitnahme geflitzt. Dort hatten sie die Zeiten und die Startnummern jedoch noch nicht zusammen gefügt. Ich war völlig aufgedreht und textete den armen Kerl zu, dass es sein könnte, dass ich eben meine Bestzeit gelaufen bin. Er grinste und sagte, er würde die Startnummern holen und einscannen. In ein paar Minuten hat er das  Ergebnis.

Ich telefonierte mit Matthias. Er freute sich mit. Auch wenn die offizielle Zeit noch offen war.

Kurze Zeit später stand es fest:

                  3:59:43 Std

                   3. Frau gesamt

                   1. in der Altersklasse W40

 

Hammer! Ich hab es geschafft! Persönliche Bestzeit und die 4-Stunden-Marke geknackt!

 

Fazit: der Lauf ist sehr klein und familiär. Insgesamt sind 79 Einzelläufer ins Ziel gekommen und 11 Staffeln mit jeweils 10 Läufern.

Die Strecke ist schön, hat einen recht hohen Asphaltanteil. Ist also für Straßenläufer bestens geeignet. Die VP sind mit Wasser und Bananen ausgerüstet, teilweise mit Isodrink.

Es wurden Massagen angeboten und es gab Duschen in der Schule ca. 400 m entfernt. Die waren leider kalt, da noch Ferien waren.

Ich habe noch keine Veranstaltung erlebt, die so viele Pokale vergibt. Jede Altersklasse bekommt welche, meistens die ersten drei Läufer. Das Ganze für Marathonstrecke, 37,5 km, Walker und Staffeln. Entsprechend zog sich die Siegerehrung hin und leider waren viele Läufer nicht mehr dabei.

 

Seite des Veranstalters

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